Gymnaestrada - OTVG

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Gymnaestrada 2019 in Dornbirn, ein Erlebnis für den OTVG
Bericht von Raphael Hugi
Der OTVG hat seit ein ca. 2 Jahren eine Aktivriege, welche sich im Geräteturnen trainiert. Nun hat sich die Gelegenheit geboten, an einem internationalen Turnanlass teilnehmen zu können. Der Turnverein Regensdorf hat sich entschieden, an der Gymnaestrada an einer Grossgruppenvorführung teilzunehmen und hat sich dabei mit dem Verein Grüningen und einem Verbund aus mehreren Vereinen aus dem Wyland zusammengeschlossen. Der TV-Regensdorf hat weiteren Interessierten aus der Umgebung die Möglichkeit gegeben, sich Ihnen anzuschliessen. Es fanden sich Turner aus Urdorf, Birmensdorf und vom OTVG. Es meldeten sich 9 Turnern des OTVG, welche mit Motivation an der Gymnaestrada turnerisch partizipieren wollten. Davon entschieden sich 4, beim TV-Regensdorf teilzunehmen und die anderen 5 meldeten sich beim Jugendteam an. Das Jugendteam ermöglicht jungen Turnern zwischen 12 und 20 Jahren, mit einer Grossfeldvorführung eine betreute Teilnahme an der Gymnaestrada. Dabei waren zwei Minderjährige Mädchen dabei, Shria und Antonia. Diese Gruppe war national aufgestellt und die Training fanden Meistens im Seeland statt. Auch Oliver Kastien, Nathalie Altherr und Benjamin Botschen besuchten diese Trainings und stürzten sich in das Gymnaestrada-Abenteuer. Beim TV-Regensdorf beteiligten sich Marlene Reinhard, Robert Alther, Robin Peter und Raphael Hugi.
Die Gymnaestrada ist ein internationaler Showturnanlass. Bei diesem Anlass kommen Turner in Gruppen aus der ganzen Welt zusammen um ihr bestes turnerisches, tänzerisches oder gymnastisches Können, in einer Show verpackt, mit musikalischer Begleitung darzubieten. Es geht um Show und Unterhaltung. Es wird 7 Tage geturnt, getanzt, gesungen, gelacht und gefestet. Ganz vielfältige Kulturen kommen da zusammen, haben eine genussvolle Zeit und spornen sich gegenseitig zu Höchstleistungen an. Da sind Showgruppen aus Malaysia, Thailand, Ghana, Simbabwe, Katar, Chile, Brasilien, Mexiko, Kanada, Norwegen, Holland, Slowakei oder Russland zusehen, um nur einige zu nennen.
Die Vorbereitungen mit der Organisation und dem zusammenstellen der Gruppen sowie der Anmeldeprozess beginnt schon 2 Jahre vor der Gymnaestrada. Die Trainings beginnen normalerweise am Ende des Vorjahres und somit ca. 8 Monate vor dem Anlass. Es muss dann die ganze Choreografie, die Elemente und Tanz mit der Musik und den unterschiedlichen Turnern die sich häufig vorher noch nicht kennen, einstudiert, koordiniert und trainiert werden. Dies ist eine aufwändige Angelegenheit und verlangt noch vielmehr Effort von denjenigen, die sich bereiterklären, das Programm und die Choreo zusammenzustellen. Ein herzliches Dankeschön all diesen unermüdlichen Seelen.
Die Gymnaestrada findet alle 4 Jahre statt und wird nächstes Mal in Amsterdam durchgeführt. Sie wird mit einer Eröffnungsfeier gestartet, bei der alle Teilnehmer zusammen kommen und eine Show in einem grossen Stadion geboten bekommen. Dann findet in dutzenden von Messehallen jeden Tag von morgens bis abends eine Show nach der anderen statt. Dies in allen Hallen parallel zueinander. Ausserdem hat es noch auf verschiedenen „Strassenbühnen“ Shows, welche ausserhalb des Messegeländes stattfinden. Diese Bühnen wurden in ausgewählten Dörfern in der Umgebung, als auch in Dornbirn und Bregenz erstellt und bieten der lokalen Bevölkerung einen gratis Einblick in die faszinierende Welt des Turnen, des Tanzens und der Gymnastik. Dies sind häufig Freiluftbühnen um die herum kleiner Festgelände aufgebaut wurden. Abgeschlossen wird das ganze Abenteuer mit der Schlussfeier, welche in einem Stadion mit verschiedenen Showacts gespickt stattfindet und in eine riesige Party ausläuft.
Raphael Hugi war neben Annemarie Koller und Olivia Hugi der einzige vom OTVG, der bereits Gymnaestrada Erfahrungen sammeln konnte. Er war bereits in Lausanne 2011 und Helsinki 2015 mit den Zürcheroberlandvereinen aktiv dabei. Auch wenn die Kosten nicht zu vernachlässigen sind, hat es ihn immer wieder gepackt, um an der Gymnaestrada dabei zu sein. In Dornbirn war die Stimmung wieder super auf dem Messegelände, jedoch waren die Übernachtungsplätze weit verstreut im Umland. Deshalb waren die nächtlichen Festivitäten nicht so gut besucht und durchmischt wie in Helsinki und Lausanne, wo die ganze Turnerschar von ca. 30‘000 Personen in derselben Stadt mit einem engen ÖV-Netz verbunden ist. Aber aufgrund alter Bekanntschaften liess sich immer eine internationale Gruppenzusammenstellung beim Fest organisieren. Die Shows boten wieder wunderbares Spektakel und manch einer musste bei Sanitätszelt vorbei. Die Tage flogen so schnell dahin, weil immer so viel los war. Man musizierte und tanzte mit den Brasilianern zwischen den Festzelten und machte Gruppenfotos mit den Japanern. Die verschiedenen Gruppen waren in farbenfrohen Kostümen oder in den offiziellen Länderbekleidungen unterwegs. Diese wurden zur Erinnerung gerne mit anderen Nationen getauscht. Dies führt zu sehr positiven und häufigen Interaktionen zwischen den verschiedenen Nationalitäten und Kulturen, welche alle miteinander durch den Turnsport miteinander sich irgendwie verbunden fühlen. Diese positive, ausgelassene Stimmung ist eine Inspiration und Motivation, eines Globalen Zusammenlebens und respekt- und rücksichtsvolles tolerieren und geniessen von Unterschieden. Lebt die Diversität und schaltet die Kulturen nicht gleich, wie es die Politik aus wirtschaftlichen Gründen immer globaler anwendet.
Nathalie Alther, hat im Jugendteam teilgenommen bezeichnet die Gymnaestrada als ein einmaliges, spannendes Erlebnis. Durch dieses Ereignis lernte ich neue Personen kennen und es entstanden Freundschaften. Auf einem Feld mit tausend anderen Personen zu stehen und die gleiche Aufführung synchron zu turnen, war eine Herausforderung, doch es war eine tolle Erfahrung.
Die verschiedenen Shows von den unterschiedlichen Ländern waren zum Zuschauen sehr unterhaltsam. Ebenso bemerkte man dabei die verschiedenen Kulturen der Länder.
Auch Benjamin Botschen beschreibt in seinem Erfahrungsbericht gut, wie die Gymnaestrada lebt und wirkt.
Am 6.7.2019 startete für mich die Reise im Car nach Dornbirn. Unterkunft bezogen wir, zusammen mit einer Gruppe von Fribourg, in einem Schulhaus in Hohenems. An diesem Samstag hatte die Gymnaestrada noch nicht begonnen und wir verbrachten den Tag in und um unsere Unterkunft. Am nächsten Morgen begaben wir und das erste Mal auf das Messegelände. Der erste Anblick war etwas enttäuschend. Da die Gymnaestrada offiziell noch gar nicht eröffnet worden war, befanden sich verhältnismässig sehr viele Schwizer auf dem Gelände. Dies widersprach der Erwartung, dass Turner aus über 60 Ländern der Welt vertreten waren. Wie die Woche aber noch zeigen sollte, war der erste Eindruck zum Glück ein falscher.
Ein weiterer Stimmungskiller war, dass die Eröffnungsfeier, die auch für denselben Tag angesetzt war, aufgrund eines heraufziehenden Gewitters, abgesagt wurde. So ging dieser erste Tag eher ruhig zu Ende.
Am Montag begann dennoch der normale Alltag bei der Gymnaestrada. Auf dem Messegelände quetschte man sich zunächst neben einer Gruppe Portugiesinnen durch, die singend zu ihrem nächsten Auftritt gingen, und sah im nächsten Moment das farbenfrohe Tenue der Südafrikaner vor sich, welche gemeinsam mit der Gruppe eines anderen Landes für ein Foto posierten während immer mehr Teilnehmer rundherum dazu rannten und auch auf das Foto wollten.
So verbrachte ich den Tag zusammen mit Oliver und Nathalie beim zuschauen von verschiedenen Auftritten, die einen eher turnerisch, die anderen tänzerisch-orientalisch.
Am selben Abend war der Schweizer Nationenabend. Dies ist ein ca. 100-minütiges Programm, welches nur von Schweizern aufgeführt wurde. Die Schweiz wurde dabei ihrem Ruf, turnerisch die beste Nation zu sein, mehr als gerecht. Es waren 100 actiongepackte Minuten die nicht nur gut anzusehen, sondern auch emotional alles vertreten hatte.
Am Dienstagmorgen hatte ich ein Training für meinen Auftritt im «World Team».  Dieser bestand aus einer acht minütigen, tänzerischen Performance, die von Leuten auf der ganzen Erde einstudiert und so von insgesamt über 1000 Personen gleichzeitig aufgeführt wurde.
Der Mittwoch war der Tag an den die Eröffnungsfeier verschoben wurde. So begaben sich alle Teilnehmer nach dem Mittagessen auf den Weg zum Stadion Dornbirn. Dort standen das erste Mal alle Teilnehmer das selben Landes zusammen, bereit für den Einmarsch der Nationen. So entdeckte man auch neue Länder wie die wenigen Leute Qatars, bei denen, wie es schien, auch ein Scheich dabei war. Es wurde einem aber auch das erste Mal die Grösse der Schweizerdelegation mit über 3000 Teilnehmern bewusst. Von einem kleinen Hügel nebenan blickte man auf ein Meer in Rot.
Die Eröffnungsfeier ist gestartet und man hörte in alphabetischer Reihenfolge die verschiedenen Teilnahmeländer. Gegen den Schluss kam dann auch die Schweiz dran und der Einmarsch durch das Stadion begann.
Als alle Länder auf den Tribünen untergebracht waren (die Schweiz brauchte aufgrund ihrer Grösse am längsten) begann der gymnastische Teil der Eröffnungsfeier der durch Turner aus der Region Dornbirn dargeboten wurde. Auch hier wurde das Grundmotto der 16. Worldgymnaestrada, «show me your colours» verkörpert.
Nach der Eröffnungsfeier fand das Dornbirn Special statt. Dort fand am Schluss auch unser erster Auftritt als World Team statt. Der Auftritt selbst war, wie mir später durch Zuschauer versichert wurde, einzigartig schön. Es gab viele Grossgruppenaufführungen davor, aber keine kam Teilnehmertechnisch an unsere ran.
Oliverkastien war mit Benjamin und Nathalie in der Jugendgruppe und beschreibt seine Erlebnisse folgendermassen.
Die ganze Reise begann für uns in Geroldswil vor dem Hotel Geroldswil, wo wir mit dem Car abgeholt wurden. Die Reise dauerte für uns, im Gegensatz zu den Bernern und Waadtländern, nicht so lange und ca. 3h später waren wir bereits in Dornbirn, genauer gesagt in Hohenems, unserer Unterkunft.
Am Anfang waren die Leute noch ziemlich stark in Grüppchen unterteilt. Die meisten kannten sich bereits von den eigenen Turnvereinen. Eine grosse Gruppe war von den diesjährigen ETF Turnfestsiegern – TV Pieterlen. Wir haben die Unterkunft eingerichtet und am ersten Abend trafen wir uns noch mit einigen anderen Mitgliedern unseres Turnvereins und hatten Spass bis etwa Mitternacht, wo das Fest dann in der Stadt vorbei war.
Der nächste Tag war der erste richtige Tag der Gymnaestrada. Wir hatten ein gemeinsames und ziemlich gutes Mittagessen auf dem Hauptgelände der Gymnaestrada. Danach wäre eigentlich die Eröffnungsfeier geplant gewesen, die jedoch aufgrund schlechter Wetterverhältnisse verschoben wurde. Wir hatten dann genug Zeit, uns die Vorstellungen der anderen Länder und Gruppen anzuschauen. Besonders eindrücklich war die Vorstellung des portugiesischen Vereins Sporting Club Portugal. Es war eine sehr starke Performance zu Queen – Musik, eine Mischung, die man sich nicht erdacht hätte, die aber offensichtlich funktionieren kann. Am Abend stand der Schweizerabend auf dem Programm. Wir waren alle bereits ziemlich müde vom ganzen Stehen und Laufen, und für die meisten war der Schweizerabend kein Begriff. Als die Show dann aber begann, war die Begeisterung riesig. Die Schweizer, die mit der grössten Delegation nach Dornbirn reisten, zeigten eine Show, bei der nur das Beste vom Besten gezeigt wurde. Über eine Zeit von ca. 1.5 h wurde eine sagenhafte Performance nach der anderen hingelegt. Es waren 90 Minuten von fast fehlerfreiem Turnen. Jeder Sprung und jeder Schwung am Ring war perfekt getimet und es hatte alles seine Ordnung. Einfach sagenhaft! Als es dann doch irgendwann vorbei war waren wir sichtlich beeindruckt von der Leistung der Schweizer Turner, die gemäss Festzeitschrift auch immer ein Highlight der jeweiligen Gymnaestrada ist.
Danach wechselten sich die Tage ab zwischen Training für unsere World Team Aufführung und Freizeit für die Besichtigung anderer Turnaufführungen. Wir lernten ausserdem viele neue Leute kennen. Wir sahen die Mitturner zwar in den Trainings vor der Gymnaestrada auch schon, wenn man jedoch über eine Woche lang so viel miteinander zu tun hat dann verbindet das viel mehr. Dadurch, dass Beni, Nathi und ich über ein ziemlich gutes Französischvokabular verfügten, konnten wir nicht nur mit den Deutschschweizern, sondern auch mit den französischsprechenden Turnern kommunizieren. Es gab Tage, da haben wir mehr französisch geredet als deutsch, was unseren Sprachkünsten auch sehr half.
Am Mittwoch wurde die Eröffnungsfeier nachgeholt. Nach einer langen Wartezeit durfte die Schweizer Delegation mit über 3000 Turnern ins Stadion einlaufen. Wir waren eine der vordersten und es war unglaublich großartig. Es gab tosenden Applaus und das Stadion war schon so gut wie voll. Die Eröffnungsfeier wurde dann mit verschiedenen interessanten Vorführungen weitergeführt und endete nach ca. 2 Stunden.
An den Abenden haben wir verschiedene Kartenspiele mit den anderen Turnern gespielt oder sind ans Fest im Stadtinneren. Wir haben dadurch ein grösseres Netzwerk an Leuten aufgebaut und ich habe heute noch mit einigen vom World Team zu tun.
Alles in allem war es eine sehr interessante Woche, bei der wir viele verschiedene Vorführungen gesehen haben, von denen wir vieles mitnehmen konnten. Wir haben so viele neue Leute kennengelernt, in allen verschiedenen Teilen der Schweiz. Es war zwar kein günstiges Erlebnis, hat sich aber allemal gelohnt und wird mir immer in Erinnerung bleiben.  
Wenn junge Mädchen und Buben diese Berichte Lesen, Motivation bekommen, im Jahr 2023 an der Gymnaestrada Teilzunehmen und noch minderjährig sind, könnte eine Teilnahme im Jugendteam eine interessante Möglichkeit darstellen, um dabei zu sein. Als nächstes schildert Marlene Reinhard ihre Erfahrungen.
Gymnaestrada Bericht:
Begonnen hat das Abenteuer vor einem Jahr. Mit dem Zusammenschluss der Vereine Regensdorf, Weyland, Grünigen und unserer Delegation vom OTVG entstand die Gruppe, die unter dem Namen Four Elements an der Gymnaestrada 2019 in Dornbirn teilnahm.
Nach einem Jahr Training startete die Reise nach Dornbirn in Regensdorf. In einer ausgelassenen Stimmung erreichten wir Lustenau, wo wir in einer Schule untergebracht wurden. Viele sehr freundliche Volunteers sahen zu unserem Wohlbefinden und verpflegten uns allmorgendlich mit einem herrlichen Frühstück.
Die Eröffnungsfeier am Sonntag musste wegen eines Unwetters verschoben werden und wurde erst in der Wochenmitte durchgeführt. Die Teilnehmeranzahl von 3000 Personen aus der Schweiz machte uns nicht nur zur grössten Delegation, sondern führte an dieser Feier auch zu unglaublichen Bildern. In einheitlicher Kleidung - Schwarz, Rot und Grau – füllten wir eine ganze Tribüne.
Unsere Show durften wir dreimal zeigen, am Dienstag, Mittwoch und Freitag. In der Zeit dazwischen gab es viele gute Aufführungen der anderen 67 teilnehmenden Nationen zu sehen. Am Dienstag unternahem wir zudem eine Schnitzeljagd (Secret room) durch Dornbirn und lernten die Stadt von einer neuen Seite kennen. Am Donnerstag konnten alle die wollten an einer Canyoning Tour teilnehmen. Ausgerüstet mit einem dicken Neoprenanzug, Wasserschuhen und Helm kletterten, rutschten und sprangen wir einen Fluss hinunter. Den krönenden Abschluss bildeten mehrere 6 bis 8 Meter Sprünge in das kristallklare Wasser.
Ich genoss den Zusammenhalt unserer Gruppe sehr. Ob beim Auftritt, im Ausgang, bei gemeinsamen Unternehmungen oder einfach bei einer gemütlichen Runde auf der Dachterrasse in unserer Unterkunft, die Stimmung war super.
Die Abschluss Zeremonie am Samstag beendete diese Woche voller Eindrücke und neuer Bekanntschaften aus aller Welt. Das Gymnaestrada-Motto «Come together. Show your Colours» war sehr treffend für diese wettkampflose Woche, welche vor allem das Zusammengehörigkeitsgefühl von Turnern aus aller Welt förderte. Die Freude am Turnsport war überall fühlbar und hat eine unvergleichliche Atmosphäre geschaffen.
Diese Erfahrung wird mir immer in Erinnerung bleiben und ich bin glücklich, die Möglichkeit gehabt zu haben, dabei zu sein. Ich hoffe, dass ich auch in vier Jahren in Amsterdam wieder mit von der Partie sein darf und freue mich darauf, bis dahin einige meiner Eindrücke und Inspirationen, welche ich durch die anderen Gruppen erhalten habe, auszuprobieren und zu erlernen.
Robin Peters erlebnisse machen hier den Abschluss dieser Erzählung und schildern seine erlegnisse, welche durch Fremdsprachenkenntnisse wie Mandarin bereichert wurden.
Als mich so manche Freunde gefragt haben, was ich denn diesen Sommer vorhätte, war Ihre Reaktion fast immer die gleiche: "Was ist denn eine Gymnaestrada?". Daraufhin war meine Erklärung auch immer ähnlich: "Das ist wie ein Gemisch aus einem grossen, internationalen Turnfest und einem Chränzli." Nämlich in dem Sinne, dass ganz viele verschiedene Vereine von unterschiedlichen Orten kommen wie an einem Turnfest, und dass es aber keinen Wettkampf und keine Bewertung wird, sondern es rein um die Show geht eben wie an einem Chränzli. Während so eine Erklärung meinen Zuhörern gut gefallen hat und sie sich damit etwas unter "Gymnaestrada" vorstellen konnten, weiss ich jetzt nach dem Event in Dornbirn, dass an meiner Beschreibung noch so viel fehlte. Die Atmosphäre war auf eine magische Weise eine ganz andere als jedem Turnfest oder Chränzli an dem ich jemals war. Ich glaube, das liegt an der Internationalität der Veranstaltung. Man kommt an die Messe Dornbirn an und es strömen viele der 69 verschiedenen Nationen an einem vorbei. Man hört viele unterschiedliche Sprachen und Dialekte. Während man sich durch die Menschen Mengen aus aller Welt schlängelte, schien es, poetisch ausgedrückt, aus den Augenwinkeln so als fliesse ein Regenbogen an einem vorbei. Dieser Regenbogen wurde durch die bunten Anzugstrainer der verschiedenen Nationen erzeugt. Darum finde ich, dass der Spruch der diesjährigen Gymnaestrada, nämlich "Show your colors", tatsächlich perfekt zur vorliegenden Situation passte. Die sonst bei internationalen Veranstaltungen eher seltenen Schweizer waren dank der starken Turntradition des Turnens in der Schweiz bei weitem die grösste demografische Gruppe mit mehr als 3000 Teilnehmern. Damit war fast jeder 6te Schweizer, und mit fast 6000 Schweizern, Deutschen und Österreichern war jeder 3te deutschsprachig. Nichtsdestotrotz brauchte man viel Englisch und noch häufiger Hände und Füsse um seine Nachricht eigenermassen verständlich zu machen wenn man mit anderen Nationen ins Gespräch kam. Das funktionierte meistens überraschend gut.
Was mich zusätzlich begeisterte, war die friedliche Stimmung. Man würde bei so vielen Nationen auf einem Haufen Auseinandersetzungen erwarten. Denn mit so vielen teils gegensätzlichen Traditionen, Kulturen und Sprachen würden Missverständnisse doch sicher leichter passieren. Aber ich habe kein einziges miterlebt.
Ein weiterer besonderer Aspekt der Gymnaestrada war die Möglichkeit die eigenen Nationskleider (also die von uns von der Schweiz) mit denen der anderen Nationen zu tauschen. Das hat bei mir persönlich schon nach dem ersten Tausch zu einem «Tauschrausch» geführt, so dass ich ständig neue schweizer Kleider kaufte um mit anderen Nationen zu tauschen. Leider war das schweizerische Tenu auf dem Kleidertauschmarkt, trotz der guten Qualität, nicht all zu wertvoll, weil einfach jeder 6te Schweizer war. Durch dieses Ungleichgewicht aus Angebot und Nachfrage musste man viele verschiedene Turner der gleichen Nation befragen, bis man jemanden mit der gewünschten Bekleidung dieser Nation gefunden hat, der gewollt war die Kleidung zu tauschen.
Im Grossen und Ganzen hat mir die Gymnaestrada enormen Spass gemacht. Ich habe atemberaubende Vorführungen gesehen und neue Freundschaften geschlossen. Ich würde gerne in vier Jahren wieder so eine magische, friedliche Atmosphäre in Amsterdam erfahren.
Auf der Vereinshomepage werden auch Fotos von diesem Anlasse hochgeladen, welche zusätzliche Eindrücke ermöglichen und dem einen oder anderen Turnvereinmitglied Lust machen, das nächste Mal in Amsterdam im Jahr 2023 auch mit von der Partie zu sein. Alle interessierten können Sich gerne bei Raphael Hugi direkt melden. Der OTVG freut sich auf weitere unvergessliche Abenteuer. Einen riesigen Dank den Supporten, welche uns an diesem Anlass begleitet, motiviert und unterschützt haben. Marcel und Monika Alther als auch die gesamte Familie Hugi und Annemarie Koller waren in Dornbirn und haben super Stimmung, Fotos und Filme gemacht.
 
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